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BestOf - Projekte - Teil 2

| Sport & Gesellschaft

Genussheft Jagerberg – Regional genießen, nachhaltig handeln

Wie viel kulinarische Vielfalt, regionale Wertschöpfung und Engagement in einer kleinen Gemeinde stecken können, zeigt die Landjugend Jagerberg mit ihrem BestOf-Projekt „Genussheft Jagerberg – Regional genießen, nachhaltig handeln“. Gemeinsam mit regionalen Direktvermarkter, der Volksschule Jagerberg und zahlreichen engagierten Helfer entstand ein besonderes Projekt, das regionale Lebensmittel vor den Vorhang holt, nachhaltiges Handeln vermittelt und die Gemeinschaft stärkt.

Ausgangspunkt des Projekts war ein Satz, der Projektleiter Markus Marbler zum Nachdenken brachte: „Bei uns gibt’s eh nix mehr.“ Genau das Gegenteil wollte die Landjugend Jagerberg beweisen. Denn auch kleine Gemeinden verfügen über eine große Vielfalt an hochwertigen Lebensmitteln, engagierten Menschen und regionalen Betrieben. Mit dem Genussheft sollte sichtbar gemacht werden, was direkt vor der eigenen Haustüre entsteht und wie viel Wertschöpfung in der Region bleiben kann.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Erstellung eines Genussheftes mit regionalen Rezepten und Direktvermarkter aus Jagerberg. Insgesamt wurden 25 Rezepte gesammelt, deren Zutaten zu mindestens 90 Prozent regional erhältlich sind. Ergänzend werden 22 Direktvermarktungsbetriebe mit ihren Produkten, Betrieben und Kontaktdaten vorgestellt. Damit bietet das Genussheft nicht nur kulinarische Inspiration, sondern auch eine Plattform für jene Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung und Wertschöpfung leisten.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit der Volksschule Jagerberg. Bei gemeinsamen Kochtagen konnten die Kinder selbst erleben, wo Lebensmittel herkommen und welche Bedeutung Regionalität, Saisonalität und nachhaltiger Konsum haben. Die Schüler brachten sich auch kreativ in das Projekt ein – ihre Zeichnungen finden sich heute im Genussheft wieder. Ergänzend entwickelte die Landjugend gemeinsam mit der Schule ein Mülltrennsystem aus Holz, das mittlerweile dauerhaft in jeder Klasse im Einsatz ist. Begleitet wurde die Umsetzung von Workshops rund um Abfallvermeidung und richtiges Mülltrennen.

Nach mehr als 2.200 ehrenamtlich geleisteten Projektstunden konnte das Genussheft schließlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Insgesamt wurden 300 Exemplare produziert, davon konnten 285 Stück verkauft werden. Die Präsentation selbst wurde zu einem großen Fest für die Gemeinde: Rund 480 Besucher kamen und machten den Erfolg des Projekts sichtbar. Auch medial fand das Genussheft große Beachtung und trug dazu bei, die Vielfalt und das Engagement der Gemeinde Jagerberg über die eigenen Ortsgrenzen hinaus sichtbar zu machen.

Das Projekt wurde bewusst als Non-Profit-Projekt umgesetzt. Die Einnahmen aus dem Verkauf dienten grundsätzlich der Kostendeckung. Durch die erfolgreiche Präsentation und den Verkauf entstand dennoch ein Überschuss von 3.700 Euro. Dieser wurde nicht als persönlicher Gewinn verwendet, sondern floss erneut in die Gemeinde zurück. So wurden unter anderem neue Ortsschilder aus Holz für Jagerberg gestaltet. Damit wurde der Gedanke der regionalen Wertschöpfung konsequent weitergeführt.

Das Genussheft Jagerberg zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn eine Landjugendgruppe, regionale Betriebe, Schule und Gemeinde gemeinsam an einer Idee arbeiten. Es verbindet Kulinarik, Regionalität, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft und macht deutlich, dass kleine Gemeinden keineswegs „nichts mehr“ zu bieten haben – im Gegenteil: Oft steckt gerade dort besonders viel Potenzial.

„Bei uns gibt’s eh nix mehr.“ – Genau das Gegenteil wollten wir zeigen. Wir wollten sichtbar machen, wie viel Qualität, Vielfalt und Engagement direkt vor unserer Haustüre zu finden ist. Das Genussheft sollte deshalb mehr sein als eine Rezeptsammlung: Es sollte zeigen, was unsere Region kann und welchen Wert es hat, wenn wir regional einkaufen, gemeinsam kochen und unsere heimischen Betriebe unterstützen.
– Markus Marbler, Projektleiter

Mit dem „Genussheft Jagerberg – Regional genießen, nachhaltig handeln“ ist der Landjugend Jagerberg ein Projekt gelungen, das weit über die Erstellung eines Kochbuchs hinausgeht. Es schafft Bewusstsein für regionale Lebensmittel, stärkt heimische Betriebe, bringt Generationen zusammen und hinterlässt mit dem Mülltrennsystem und den neuen Ortsschildern auch konkrete Spuren in der Gemeinde. Das Projekt zeigt: Wer die Stärken der eigenen Region sichtbar macht und gemeinsam anpackt, kann auch in einer kleinen Gemeinde Großes bewegen.

Zahlen & Fakten

  • Projekt: Genussheft Jagerberg – „Regional genießen – Nachhaltig handeln“
  • Projektleitung: Markus Marbler
  • Projektgruppe: Landjugend Jagerberg
  • Projektart: Non-Profit-Projekt
  • Projektteam: 6 Personen
  • Beteiligte Landjugendmitglieder: 35
  • Beteiligte Schüler:innen: 58
  • Beteiligte Direktvermarkter:innen: 22 Betriebe
  • Insgesamt Mitwirkende: 121 Personen
  • Projektstunden: über 2.200 Stunden
  • Rezepte: 25
  • Regionaler Anteil der Zutaten: mindestens 90 %
  • Produzierte Genusshefte: 300 Stück
  • Verkaufte Genusshefte: 285 Stück
  • Besucher bei der Präsentation: rund 480
  • Gesamtkosten: 10.000 Euro
  • Gesamterlöse: 13.700 Euro
  • Überschuss: 3.700 Euro
  • Besonderes Ergebnis: Neue Ortsschilder aus Holz für Jagerberg
  • Nachhaltige Maßnahme: Mülltrennsystem aus Holz für alle Klassen der Volksschule Jagerberg

Für Bienen und Land – Hand in Hand

Wie wichtig Bienen für Natur, Landwirtschaft und Artenvielfalt sind und welchen Beitrag jede Einzelne zum Erhalt unserer regionalen Lebensräume leisten kann, zeigt die Landjugend Ligist-Krottendorf mit ihrem Tatort-Jugend-Projekt „Für Bienen und Land – Hand in Hand“. Seit März 2025 verbindet die Ortsgruppe dabei Regionalität, Umweltbildung und gemeinschaftliches Engagement und bringt Menschen unterschiedlichen Alters zusammen. Im Mittelpunkt steht die Biene als unverzichtbarer Bestandteil unserer Natur – und gleichzeitig die Frage, wie regionale Lebensmittel und heimische Produkte wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden können.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit der Imkerei Rosenzopf. Gemeinsam betreut die Landjugend sechs Bienenvölker in selbst gebauten Landjugend-Bienenstöcken. Die Mitglieder erhalten dabei Einblicke in die Imkerei, lernen die verschiedenen Arbeitsschritte kennen und können hautnah miterleben, wie aus der Arbeit der Bienen schließlich Honig entsteht. Beim gemeinsamen Entfernen der Wachsverdeckelung und anschließenden Schleudern des Honigs konnten die Mitglieder selbst aktiv mitarbeiten und wertvolles Wissen rund um die Honigproduktion sammeln.

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Beim zweitägigen Herbstcamp nahmen 25 Kinder teil und beschäftigten sich spielerisch mit Natur, Umwelt und heimischen Tieren. Gemeinsam wurden Nützlingshäuser gebaut und gestaltet. Die Kinder sammelten dafür selbst Materialien und konnten so unmittelbar erleben, wie mit einfachen Mitteln Lebensräume für verschiedene Nützlinge geschaffen werden können.

Auch mit der Volksschule Ligist entstand ein umfangreiches Bildungsangebot. An drei Projekttagen beschäftigten sich rund 80 Kinder mit den Themen Pflanzen, regionale Lebensmittel, Natur und Umwelt. Bei verschiedenen Stationen, Spielen und gemeinsamen Aktivitäten wurde Wissen nicht nur vermittelt, sondern vor allem praktisch erlebbar gemacht. Im Kindergarten Krottendorf wurde ebenfalls gemeinsam mit den Kindern gearbeitet. Neben spannenden Informationen rund um die Biene entstanden zwei Hochbeete, die künftig als regionale Naschecke genutzt werden können.

Doch auch Erwachsene wurden aktiv in das Projekt eingebunden. Bei Veranstaltungen und Vorträgen wurden die Themen Regionalität und Imkerei nähergebracht. Bei einer Weinverkostung konnten rund 70 Personen erreicht werden. Gemeinsam mit der Destillerie Hochstrasser entwickelte die Landjugend außerdem einen eigenen Landjugend-Likör und verband damit regionale Produkte und landwirtschaftliche Wertschöpfung auf besondere Weise.

Um das Projekt auch über die eigenen Veranstaltungen hinaus sichtbar zu machen, berichtet die Landjugend Ligist-Krottendorf laufend über ihre Aktivitäten auf Instagram. Ein besonderes Highlight war die Begleitung des Projekts durch ein Kamerateam von ServusTV. Das Engagement der Landjugend wurde im Rahmen der Sendung „Unsere Heimat – Vereine im Portrait“ vorgestellt. Auch in regionalen Zeitungen fand das Projekt Beachtung und konnte damit noch mehr Menschen für die Themen Bienen, Regionalität und Nachhaltigkeit sensibilisieren.

Den Abschluss des Projekts bildet am 27. September 2026 ein großer Bauernmarkt in Ligist. Dabei präsentiert die Landjugend gemeinsam mit heimischen Direktvermarkter verschiedene regionale Produkte. Auch der selbst produzierte Honig aus den eigenen Bienenvölkern und der Landjugend-Likör werden angeboten. Zahlreiche regionale Partner sorgen dafür, dass die Vielfalt der heimischen Produkte sichtbar und für die Besucher erlebbar wird.

Insgesamt wurden bereits 1.166 ehrenamtliche Projektstunden geleistet. Rund 60 Helfer engagierten sich bisher bei den unterschiedlichen Aktivitäten. Über Veranstaltungen, Bildungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit konnten bereits zahlreiche Menschen erreicht werden – vom Kindergartenkind über Schüler und Landjugendmitglieder bis hin zu Erwachsenen und interessierten Menschen aus der Region.

„Dieses Projekt verbindet Jung und Alt, schafft Wissen über Bienen und regionale Lebensmittel und zeigt, wie viel wir gemeinsam für unsere Umwelt und unsere Heimat bewegen können.“

Mit „Für Bienen und Land – Hand in Hand“ zeigt die Landjugend Ligist-Krottendorf eindrucksvoll, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann. Das Projekt verbindet Umweltbildung, Regionalität, Landwirtschaft und Gemeinschaft und schafft dabei konkrete Ergebnisse, die über den Projektzeitraum hinaus bestehen bleiben. Die selbst gebauten Bienenstöcke, die betreuten Bienenvölker, die Nützlingshäuser und Hochbeete sowie die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben machen sichtbar, dass nachhaltiges Handeln vor allem dann Wirkung zeigt, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken.

Das Projekt macht außerdem deutlich, dass Umwelt- und Regionalbewusstsein keine Frage des Alters sind. Ob beim Bauen eines Nützlingshauses, beim Kennenlernen der Bienen, beim gemeinsamen Kochen, bei der Honigproduktion oder beim Einkauf regionaler Produkte – jede Generation kann einen Beitrag leisten, um Natur, Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung zu stärken.

Zahlen & Fakten

  • Projekt: „Für Bienen und Land – Hand in Hand“
  • Projektträger: Landjugend Ligist-Krottendorf
  • Projektstart: März 2025
  • Projektstunden: bisher 1.166 ehrenamtliche Stunden
  • Helfer:innen: rund 60
  • Bienenvölker: 6
  • Bienenstöcke: selbst gebaute Landjugend-Bienenstöcke
  • Herbstcamp: 25 Kinder
  • Volksschule Ligist: 3 Projekttage mit rund 80 Kindern
  • Kindergarten Krottendorf: rund 20 Kinder
  • Hochbeete: 2
  • Weinverkostung: rund 70 Teilnehmer
  • Social Media: rund 2.500 erreichte Personen
  • Bienen-/Imkerei-Aktivitäten: rund 20 Teilnehmer
  • Medienpräsenz: ServusTV-Beitrag und mehrere Zeitungsberichte
  • Eigene Produkte: Honig aus den eigenen Bienenvölkern und Landjugend-Likör
  • Projektabschluss: Bauernmarkt am 27. September 2026 in Ligist
  • Kooperationen: Imkerei Rosenzopf, Volksschule Ligist, Kindergarten Krottendorf, Gemeinde Krottendorf, Gemeinde Ligist, Destillerie Hochstrasser, Herbstwein, Buschenschank Dokter, Buschenschank Zach, Buschenschank Lackner, Buschenschank Kremser Greitbauer, Käserei Aichstern und Holzerleben
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