Mitglied werden

Palmsonntag - beginn der Karwoche

| Kultur & Brauchtum

Der Palmsonntag markiert den feierlichen Beginn der Karwoche und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. 
In der Steiermark ist dieser Tag nicht nur von religiöser Bedeutung, sondern auch reich an lebendigen Traditionen und gelebtem Brauchtum. Viele Menschen nehmen an Palmweihen teil und tragen ihre Palmbuschen zur Segnung in die Kirche.

 

Gerade auch die Landjugend Steiermark leistet rund um den Palmsonntag einen wichtigen Beitrag zur Brauchtumspflege. In vielen Ortsgruppen werden in den Tagen davor gemeinsam Palmbuschen gebunden – oft im Rahmen von Gruppenstunden oder eigenen Aktionen. Diese werden anschließend gemeinsam zur Palmweihe getragen und sind vielerorts fester Bestandteil der Palmprozessionen in den steirischen Pfarren.

Der Einzug Jesu in Jerusalem war ein bewusst gesetztes Zeichen: 

Nach einer Zeit der Gemeinschaft mit seinen Jüngerinnen und Jüngern in Galiläa zog er in das religiöse Zentrum ein, um seine Botschaft vom befreienden Gott zu verkünden. Auf einem Eselfohlen reitend, wurde er von den Menschen begeistert empfangen – sie breiteten ihre Kleider und Zweige vor ihm aus und hofften auf einen starken Retter. Doch die Ereignisse der folgenden Tage zeigen, wie schnell Begeisterung in Ablehnung umschlagen kann.

Am Palmsonntag wird dieser Einzug traditionell mit Palmprozessionen nachgestellt. Die gesegneten Palmzweige stehen dabei symbolisch für neues Leben und Hoffnung. In der Steiermark zeigt sich dabei eine beeindruckende Vielfalt: Von kleinen Handbüscherln über kunstvoll gebundene Sträuße bis hin zu meterhohen Palmbuschen auf Stangen. Gemeinsam ist ihnen allen der wichtigste Bestandteil – die „Palmkätzchen“, also Zweige von Weidengewächsen.

Je nach Region haben sich ganz eigene Bräuche entwickelt: 
Im Ausseerland werden etwa runde Fastenbrezen in die Palmbuschen gebunden, während in Mariazell kunstvoll geschmückte Stangen mit Seidenblumen zu sehen sind. Im Ennstal ragen die Palmbuschen besonders hoch hinaus, und in der Südsteiermark werden sie oft kunstvoll geflochten. Vielerorts ist das gemeinsame Binden der Palmbuschen auch ein wichtiger Teil des familiären Miteinanders – und wird von der Landjugend Steiermark aktiv mitgestaltet und weitergetragen.

Mit der Karwoche beginnen auch weitere eindrucksvolle Traditionen: Wenn von Gründonnerstag bis Ostersonntag die Kirchenglocken schweigen, übernehmen in vielen Orten die Ratschen das akustische Zeichen. Mit ihren markanten Klängen erinnern sie an das Geschehen dieser besonderen Tage. Dieser Brauch hat eine lange Geschichte und wurde sogar als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Auch das Osterfeuer und das Aufstellen von Osterkreuzen gehören in vielen Regionen der Steiermark dazu. In der Nacht vor dem Ostersonntag wird damit die Freude über die Auferstehung gefeiert – das Licht steht symbolisch für Hoffnung, Neubeginn und Leben.

So verbindet der Palmsonntag in der Steiermark Glauben, Gemeinschaft und gelebte Tradition – und zeigt, wie engagiert junge Menschen der Landjugend Steiermark dieses Brauchtum lebendig halten.

Zurück